Unfallversicherung – Berufswechsel: Prämie

Die Versicherungssummen bleiben, die Prämie ändert sich. Klicken Sie sich schrittweise durch den Rechenweg.

Situation

Sie sind in der Agentur Möller der prxms Versicherung AG eingesetzt. Lena Brinkmann ist 22 Jahre alt und bisher als Bürokauffrau angestellt. Sie wechselt in einen Dachdeckerbetrieb und bleibt dort angestellt. Ihre Unfallversicherung soll weiterlaufen, die Versicherungssummen möchte sie behalten.

Auszug aus dem Vertragsspiegel:
TarifT30, Gefahrengruppe A
Berufangestellte Bürokauffrau
Alter22 Jahre
Laufzeitdrei Jahre
Zahlungsweisehalbjährlich
Prämie nach Zahlungsweise netto309,33 €
Prämienkontoausgeglichen
Versicherte LeistungenInvalidität Progression 350: 250.000,00 €
Unfallrente 50/90: 600,00 €
Krankenhaustagegeld: 50,00 €
Todesfallleistung: 30.000,00 €
Aufgabe

Berechnen Sie die Prämie für die neue Gefahrengruppe!

Hinweis

Dies ist eine beispielhafte Darstellung. Sie deckt nicht alle möglichen Fälle und prämienrelevanten Merkmale ab.

1
Gefahrengruppe des neuen Berufs bestimmen
Dachdeckerin: Gefahrengruppe B

Nicht das Alter und nicht die Versicherungssumme entscheiden über den Prämiensatz, sondern der Beruf. Büro- und kaufmännische Tätigkeiten gehören zur Gefahrengruppe A, körperlich riskante Tätigkeiten zur Gefahrengruppe B.

Im Tarif T30 sind alle Prämiensätze der Gruppe B das Anderthalbfache der Gruppe A – bei jeder Leistungsart, ohne Ausnahme.

Die Versicherungssummen bleiben, wie sie sind. Neu zu rechnen ist nur die Prämie.

Neue Gefahrengruppe: B
2
Prämie je Leistungsart neu berechnen
Versicherungssumme / Bezugsgröße × Prämiensatz

Jeder Prämiensatz gilt für eine bestimmte Bezugsgröße – und die ist nicht überall dieselbe. Vor dem Multiplizieren steht deshalb das Teilen.

Invalidität (je 1.000,00 € VS):
250.000,00 € / 1.000,00 € × 4,05 € = 1.012,50 €

Unfallrente (je 10,00 € Monatsrente):
600,00 € / 10,00 € × 3,00 € = 180,00 €

Krankenhaustagegeld (je 1,00 € Tagessatz):
50,00 € / 1,00 € × 1,23 € = 61,50 €

Todesfallleistung (je 1.000,00 € VS):
30.000,00 € / 1.000,00 € × 2,49 € = 74,70 €

Addiert: 1.012,50 € + 180,00 € + 61,50 € + 74,70 € = 1.328,70 €

Jahresprämie in Gefahrengruppe B: 1.328,70 €
3
Nachlässe nacheinander abziehen
Junge Leute 20 %, Dauer 10 %, Zahlungsweise 3 %

Junge-Leute-Nachlass, weil die Versicherungsnehmerin 24 Jahre oder jünger ist:
20 % von 1.328,70 € = 265,74 €
1.328,70 € − 265,74 € = 1.062,96 €

Dauernachlass für drei Jahre Laufzeit:
10 % von 1.062,96 € = 106,30 €
1.062,96 € − 106,30 € = 956,66 €

Nachlass für die halbjährliche Zahlungsweise:
3 % von 956,66 € = 28,70 €
956,66 € − 28,70 € = 927,96 €

Die Nachlässe werden nacheinander abgezogen, jeder vom bereits ermäßigten Betrag. Wer sie zusammenzählt und einmal 33 % abzieht, landet zu niedrig.

Jahresprämie nach Nachlässen: 927,96 €
4
Rate bilden und Versicherungssteuer addieren
2 Raten, 19 % Versicherungssteuer

Geteilt durch die Anzahl der Raten:
927,96 € / 2 = 463,98 €

Versicherungssteuer auf die Rate:
19 % von 463,98 € = 88,16 €
463,98 € + 88,16 € = 552,14 €

Halbjährliche Prämie brutto: 552,14 €
5
Gegenprobe über die bisherige Prämie
309,33 € × 1,5 – und warum zwei Cent fehlen

Weil in Gefahrengruppe B jeder Prämiensatz das Anderthalbfache ist, lässt sich auch die bisherige Nettorate umrechnen:
309,33 € × 1,5 = 464,00 €
464,00 € + 19 % = 552,16 €

Zwei Cent Unterschied zum Ergebnis aus Schritt 4. Der Grund ist nicht ein Rechenfehler, sondern die Rundung: In jedem Schritt wird auf Cent gerundet, und diese Cent-Reste vervielfachen sich mit.

Die Gegenprobe eignet sich deshalb zum Prüfen der Größenordnung – als Ergebnis zählt der Weg über die Prämiensätze der neuen Gefahrengruppe.

Gegenprobe: 552,16 € statt 552,14 € – zwei Cent aus der Rundung